Das phytochemische Profil im Überblick
Die Inhaltsstoffe von Tongkat Ali lassen sich in mehrere Hauptgruppen einteilen, die jeweils unterschiedliche chemische Eigenschaften und biologische Funktionen aufweisen. Die Verteilung dieser Stoffe variiert zwischen verschiedenen Pflanzenteilen – Wurzel, Rinde, Blätter und Früchte weisen jeweils ein eigenes Inhaltsstoffprofil auf (Quelle: Analyse der chemischen Inhaltsstoffe von Eurycoma longifolia (2014)).
Die Wurzel, die in Südostasien traditionell den höchsten Stellenwert genießt, enthält vor allem Quassinoide und Alkaloide als Leitsubstanzen. Darüber hinaus finden sich Flavonoide, Triterpene, Saponine und verschiedene phenolische Verbindungen.
Bemerkenswert ist die Komplexität des Gesamtextrakts. Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen, bei denen eine einzelne Stoffgruppe dominiert, zeichnet sich Tongkat Ali durch die gleichzeitige Präsenz mehrerer bioaktiver Stoffklassen aus, die möglicherweise synergistisch zusammenwirken.
Rechtlicher Hinweis für Deutschland
In Deutschland ist Tongkat Ali nicht als Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel zugelassen. Alle Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung und stellen keine Aufforderung zum Verzehr dar. Tongkat Ali wird bei uns als Rohstoff für externe Anwendungen wie Fußbäder oder Räucherwerk angeboten.
- Quassinoide: Bitterstoffe mit komplexer Terpenoidstruktur
- Alkaloide: Stickstoffhaltige Verbindungen, v.a. Canthin-6-on-Typen
- Flavonoide: Polyphenolische Verbindungen mit antioxidativer Kapazität
- Triterpene und Saponine: Steroidähnliche Strukturen
- Phenolische Verbindungen: Einfache und komplexe Polyphenole
Quassinoide – Die Leitsubstanzen der Wurzel
Quassinoide sind die am besten erforschte und quantitativ bedeutsamste Stoffgruppe in der Wurzel von Eurycoma longifolia. Der Name dieser Stoffklasse leitet sich von der Gattung Quassia ab, einer verwandten Pflanze der Familie Simaroubaceae, in der diese Verbindungen erstmals entdeckt wurden.
Chemisch handelt es sich bei Quassinoiden um hochoxidierte Triterpene mit einem charakteristischen C20-Grundgerüst. Sie zeichnen sich durch einen ausgeprägten bitteren Geschmack aus und besitzen multiple funktionelle Gruppen, darunter Hydroxyl-, Keto- und Lactongruppen.
In der Wurzel von Eurycoma longifolia wurden bisher über 20 verschiedene Quassinoide identifiziert. Die wichtigste Verbindung ist Eurycomanon, gefolgt von Eurycomanol, 13α,21-Dihydroeurycomanon und Eurycomalacton. Der Gesamtgehalt an Quassinoiden in der Wurzel variiert je nach Alter der Pflanze und Standortbedingungen zwischen 0,5 und 3 Prozent des Trockengewichts.
Die bitteren Quassinoide sind auch der Grund für den extrem bitteren Geschmack der Tongkat-Ali-Wurzel, der in Südostasien sprichwörtlich ist. In der traditionellen Pflanzenkunde wird die Bitterkeit oft als Indikator für die Qualität des Rohstoffs herangezogen.
| Quassinoid | Summenformel | Molekulargewicht | Relative Häufigkeit |
|---|---|---|---|
| Eurycomanon | C₂₀H₂₄O₉ | 408,4 | Hoch |
| Eurycomanol | C₂₀H₂₆O₉ | 410,4 | Mittel |
| 13α,21-Dihydroeurycomanon | C₂₀H₂₆O₉ | 410,4 | Mittel |
| Eurycomalacton | C₁₉H₂₄O₆ | 352,4 | Gering |
| Longilacton | C₁₈H₂₂O₅ | 322,4 | Gering |
| 6α-Hydroxyeurycomalacton | C₁₉H₂₄O₇ | 368,4 | Sehr gering |
Alkaloide – Stickstoffhaltige Wirkstoffe
Neben den Quassinoiden stellen Alkaloide die zweite große Gruppe bioaktiver Verbindungen in Tongkat Ali dar. Alkaloide sind stickstoffhaltige organische Verbindungen, die in vielen Pflanzen vorkommen und häufig starke biologische Aktivitäten aufweisen.
In Eurycoma longifolia wurden vor allem Alkaloide vom Canthin-6-on-Typ und β-Carbolin-Typ identifiziert. Canthin-6-on selbst ist eine der am besten untersuchten Alkaloidverbindungen der Pflanze. Diese Verbindung kommt hauptsächlich in der Rinde und den äußeren Wurzelschichten vor.
Die β-Carbolin-Alkaloide, darunter Harman und Norharman, gehören zu einer Alkaloidklasse, die auch in anderen Pflanzen wie Passionsblume und Steppenraute vorkommt. In Eurycoma longifolia sind sie in relativ geringen Konzentrationen vorhanden, wurden aber in mehreren Studien hinsichtlich ihrer biologischen Aktivität untersucht.
Weitere Alkaloide, die aus Eurycoma longifolia isoliert wurden, umfassen Eurycomalin und verschiedene Indolalkaloide. Die Gesamtzahl der identifizierten Alkaloide beläuft sich auf über 10 verschiedene Verbindungen.
Alkaloid-Forschung
Alkaloide sind eine der vielfältigsten Gruppen pflanzlicher Sekundärmetabolite. In der Natur dienen sie häufig der chemischen Verteidigung gegen Fraßfeinde. Ihre komplexen Strukturen machen sie zu interessanten Forschungsobjekten für die Naturstoffchemie.
- Canthin-6-on: Hauptalkaloid, vor allem in Rinde und Wurzeloberfläche
- β-Carbolin-Alkaloide: Harman, Norharman und Derivate
- Eurycomalin: Spezifisches Alkaloid aus Eurycoma longifolia
- Indolalkaloide: In geringen Konzentrationen nachgewiesen
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Flavonoide und phenolische Verbindungen
Flavonoide bilden eine weitere Gruppe von Inhaltsstoffen in Eurycoma longifolia. Diese polyphenolischen Verbindungen sind in der Pflanzenwelt weit verbreitet und zeichnen sich durch ihre antioxidativen Eigenschaften aus.
In den Blättern und der Rinde von Eurycoma longifolia wurden mehrere Flavonoidverbindungen identifiziert, darunter Quercetin-Derivate und Kämpferol-Glykoside. Der Flavonoidgehalt ist in den Blättern deutlich höher als in der Wurzel, was die traditionelle Fokussierung auf die Wurzel aus phytochemischer Sicht teilweise erklärt.
Neben den Flavonoiden enthält die Pflanze verschiedene einfache phenolische Verbindungen und Phenolsäuren. Gallussäure, Kaffeesäure und deren Ester wurden in Extrakten nachgewiesen und tragen zur Gesamtheit der antioxidativen Kapazität bei.
Die phenolischen Verbindungen spielen vermutlich eine Rolle beim Schutz der Pflanze vor oxidativem Stress und UV-Strahlung in ihrem tropischen Habitat.
Triterpene und Saponine
Triterpene und Saponine stellen eine weitere Klasse von Sekundärmetaboliten in Eurycoma longifolia dar. Triterpene sind Verbindungen mit einem C30-Kohlenstoffgerüst, die in vielen Pflanzen als Vorläufer von Steroiden und Saponinen dienen.
In der Wurzel von Eurycoma longifolia wurden mehrere Tirucallan-Typ-Triterpene identifiziert. Diese Verbindungen besitzen ein tetrazyklisches Grundgerüst und weisen strukturelle Ähnlichkeiten mit Steroidhormonen auf, was sie zu interessanten Forschungsobjekten macht.
Saponine – Glykoside von Triterpenen – wurden ebenfalls nachgewiesen. Sie zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, in Wasser Schaum zu bilden, und besitzen amphiphile Eigenschaften, die ihre biologische Aktivität beeinflussen können.
Die Forschung zu den Triterpenen und Saponinen von Eurycoma longifolia ist weniger umfangreich als die zu den Quassinoiden, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung, da diese Verbindungsklassen in anderen Pflanzen mit adaptogenen Eigenschaften assoziiert werden.
65+
Identifizierte Verbindungen
20+
Verschiedene Quassinoide
10+
Alkaloide nachgewiesen
5
Hauptstoffgruppen
- Tirucallan-Typ-Triterpene als Hauptvertreter
- Strukturelle Verwandtschaft mit Steroidgerüsten
- Saponine mit amphiphilen Eigenschaften
- Zunehmende Forschungsaktivität in den letzten Jahren
Squalenderivate und weitere Verbindungen
Neben den Hauptstoffgruppen enthält Eurycoma longifolia eine Reihe weiterer Verbindungen, die das phytochemische Profil abrunden. Dazu gehören Squalenderivate, Biphenylneolignane und verschiedene langkettige Fettsäuren (Quelle: Übersicht zu Quassinoiden und Alkaloiden (2013)).
Die Squalenderivate sind besonders interessant, da Squalen ein Vorläufer der Steroidbiosynthese ist. Zwei Squalenderivate, Eurylene und Teurilene, wurden erstmals aus Eurycoma longifolia isoliert und stellen strukturell einzigartige Verbindungen dar.
Biphenylneolignane sind eine seltene Verbindungsklasse, die in nur wenigen Pflanzenfamilien vorkommt. In Eurycoma longifolia wurden mehrere dieser Verbindungen identifiziert, die möglicherweise zur Gesamtaktivität des Extrakts beitragen.
Auch Mineralstoffe und Spurenelemente sind in der Wurzel vorhanden, darunter Kalium, Calcium, Magnesium und Zink. Deren Beitrag zur biologischen Aktivität der Gesamtpflanze ist jedoch wahrscheinlich untergeordnet.
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Verteilung der Inhaltsstoffe in verschiedenen Pflanzenteilen
Die verschiedenen Pflanzenteile von Eurycoma longifolia unterscheiden sich erheblich in ihrer phytochemischen Zusammensetzung. Diese Unterschiede erklären, warum in der traditionellen Anwendung und in der Forschung verschiedene Pflanzenteile für verschiedene Zwecke genutzt werden.
Die Wurzel, die den Schwerpunkt der meisten Studien bildet, ist besonders reich an Quassinoiden. Der Eurycomanon-Gehalt ist in der Wurzel am höchsten und nimmt von der Wurzelrinde zum Kernholz hin ab.
Die Stammrinde enthält höhere Konzentrationen an Alkaloiden, insbesondere Canthin-6-on-Derivaten. Die Blätter sind relativ arm an Quassinoiden, enthalten aber höhere Mengen an Flavonoiden und phenolischen Verbindungen.
| Pflanzenteil | Quassinoide | Alkaloide | Flavonoide |
|---|---|---|---|
| Wurzel (Kern) | Sehr hoch | Gering | Gering |
| Wurzel (Rinde) | Hoch | Mittel | Gering |
| Stammrinde | Mittel | Hoch | Mittel |
| Blätter | Gering | Gering | Hoch |
| Früchte | Gering | Gering | Mittel |
Einflussfaktoren auf das Inhaltsstoffprofil
Die Zusammensetzung und Konzentration der Inhaltsstoffe wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Das Alter der Pflanze spielt eine entscheidende Rolle – ältere Pflanzen weisen in der Regel höhere Konzentrationen an Quassinoiden auf als junge Exemplare.
Der Standort und die Bodenbeschaffenheit beeinflussen das Inhaltsstoffprofil ebenfalls. Pflanzen aus verschiedenen geographischen Regionen – etwa Malaysia, Indonesien oder Thailand – können sich in ihrer phytochemischen Zusammensetzung unterscheiden.
Auch der Erntezeitpunkt und die Nacherntebehandlung wirken sich auf die Inhaltsstoffkonzentration aus. Eine sachgemäße Trocknung und Lagerung ist wichtig, um den Abbau empfindlicher Verbindungen zu minimieren.
Diese natürliche Variabilität unterstreicht die Bedeutung der Standardisierung und Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Tongkat-Ali-Extrakten.
Wichtige Fakten
- Pflanzenalter: Ältere Wurzeln oft gehaltvoller
- Geographische Herkunft: Regionale Variationen im Profil
- Bodenbeschaffenheit: Einfluss auf Mineralstoff- und Sekundärstoffgehalt
- Erntezeitpunkt: Saisonale Schwankungen möglich
- Nacherntebehandlung: Trocknungsmethode beeinflusst Stabilität
Synergieeffekte und Gesamtextrakt
Ein zunehmend wichtiges Forschungsthema ist die Frage, ob die verschiedenen Inhaltsstoffe von Tongkat Ali synergistisch wirken – also in Kombination stärkere Effekte zeigen als einzeln. Dieses Konzept wird in der Phytopharmazie als Gesamtextrakt-Prinzip bezeichnet.
Erste Hinweise auf synergistische Effekte liefern Studien, die zeigen, dass Gesamtextrakte in bestimmten Testsystemen wirksamer sind als isolierte Einzelverbindungen in äquivalenter Konzentration. Dies könnte auf Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Quassinoiden oder zwischen Quassinoiden und Alkaloiden zurückzuführen sein.
Das Gesamtextrakt-Prinzip ist ein weiteres Argument für die Bedeutung der Standardisierung: Es geht nicht nur um die Konzentration einer einzelnen Leitsubstanz, sondern um das reproduzierbare Gesamtprofil aller relevanten Verbindungen.
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Zusammenfassung und Einordnung
Das phytochemische Profil von Eurycoma longifolia gehört zu den komplexesten unter den traditionell genutzten Pflanzen Südostasiens. Die Vielzahl der identifizierten Verbindungen – von Quassinoiden über Alkaloide bis hin zu Flavonoiden und Triterpenen – spiegelt die Komplexität wider, die diese Pflanze für die Naturstoffforschung so interessant macht.
Für die Qualitätskontrolle und Standardisierung bleiben die Quassinoide, insbesondere Eurycomanon, die entscheidenden Referenzverbindungen. Das Verständnis des vollständigen Inhaltsstoffprofils ist jedoch wichtig, um die biologische Aktivität von Gesamtextrakten umfassend beurteilen zu können.
Die Forschung zu den Inhaltsstoffen von Tongkat Ali ist ein dynamisches Feld, in dem regelmäßig neue Verbindungen identifiziert und bestehende Erkenntnisse erweitert werden.
