Was sind Adaptogene?
Der Begriff Adaptogen wurde 1947 vom russischen Pharmakologen Nikolai Lazarev geprägt. Er beschreibt Substanzen, die dem Organismus helfen sollen, sich besser an Stresssituationen anzupassen – ohne dabei ein spezifisches Organ oder System zu stimulieren oder zu unterdrücken. Adaptogene sollen die allgemeine Widerstandsfähigkeit erhöhen (Quelle: Randomisierte Studie zu Tongkat Ali bei Stress (2011)).
Die Definition wurde später von Israel Brekhman und Igor Dardymov verfeinert. Demnach muss ein Adaptogen drei Kriterien erfüllen: Es muss unspezifisch wirken, also die Widerstandsfähigkeit gegen verschiedene Stressoren erhöhen. Es muss normalisierend wirken, also den Körper in Richtung Gleichgewicht bringen. Und es muss bei normaler Anwendung sicher sein.
In der internationalen Forschung wird Tongkat Ali zunehmend als potenzielles Adaptogen diskutiert. Die bisherige Datenlage deutet darauf hin, dass die Pflanze mehrere der genannten Kriterien erfüllen könnte – insbesondere im Hinblick auf die Cortisol-Regulation und die allgemeine Stressresilienz.
16%
Cortisol-Reduktion (Studie)
37%
Verbesserung Stresssymptome
1947
Adaptogen-Begriff geprägt
3
Kriterien für Adaptogene
Die HPA-Achse – Schaltzentrale der Stressreaktion
Um zu verstehen, wie Tongkat Ali den Stresshaushalt beeinflussen könnte, lohnt ein Blick auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, kurz HPA-Achse. Diese hormonelle Kaskade steuert die Stressreaktion des Körpers: Der Hypothalamus im Gehirn registriert Stress, signalisiert der Hypophyse, und diese wiederum veranlasst die Nebennieren zur Cortisol-Ausschüttung.
Bei akutem Stress ist das ein brillanter Überlebensmechanismus. Cortisol mobilisiert Energie, schärft die Aufmerksamkeit und unterdrückt vorübergehend weniger dringliche Funktionen wie Verdauung und Immunabwehr. Das Problem entsteht, wenn die HPA-Achse dauerhaft aktiviert bleibt – bei chronischem Stress.
Chronisch erhöhtes Cortisol führt zu einer ganzen Kaskade negativer Effekte: gestörter Schlaf, reduzierte Immunfunktion, Muskelabbau, Gewichtszunahme im Bauchbereich, Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen. Genau hier setzen die Forschungsansätze zu Tongkat Ali an.
HPA-Achse und Adaptogene
Internationale Forscher vermuten, dass Adaptogene an verschiedenen Punkten der HPA-Achse modulierend eingreifen könnten. Bei Tongkat Ali deuten Studien auf eine Beeinflussung der Cortisol-Ausschüttung auf Nebennierenebene hin – ein Wirkmechanismus, der sich von dem anderer Adaptogene wie Ashwagandha unterscheidet.
Die Cortisol-Studien im Detail
Die wichtigste klinische Studie zum Zusammenhang zwischen Tongkat Ali und Cortisol stammt von Shawn Talbott und Kollegen, veröffentlicht 2013 im Journal of the International Society of Sports Nutrition. Die Studie verdient eine detaillierte Betrachtung, da sie methodisch solide durchgeführt wurde und häufig als Referenz zitiert wird.
63 moderat gestresste Erwachsene – definiert durch einen Stress-Score auf der DASS-Skala – wurden randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt über vier Wochen einen standardisierten Tongkat-Ali-Extrakt, die andere ein Placebo. Weder die Teilnehmer noch die Forscher wussten, wer was erhielt (Doppelblindstudie).
Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Die Tongkat-Ali-Gruppe zeigte eine Reduktion des Speichelcortisols um durchschnittlich 16 Prozent, während die Placebogruppe keine signifikante Veränderung aufwies. Parallel verbesserten sich die POMS-Werte für Anspannung, Wut und Verwirrung deutlich.
| Parameter | Tongkat-Ali-Gruppe | Placebo-Gruppe |
|---|---|---|
| Cortisol (Speichel) | -16% | -1% |
| Anspannung (POMS) | -11% | -4% |
| Wut (POMS) | -12% | -2% |
| Verwirrung (POMS) | -15% | -5% |
| Müdigkeit (POMS) | -15% | -3% |
| Testosteron:Cortisol-Ratio | +36% | +5% |
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Weitere internationale Forschungsergebnisse
Die Studie von Talbott steht nicht allein. Mehrere weitere Untersuchungen aus verschiedenen Ländern haben den Zusammenhang zwischen Tongkat Ali und Stressmarkern untersucht. Eine malaysische Studie von Shuid und Kollegen (2012) dokumentierte ähnliche Cortisol-Reduktionen bei einer größeren Stichprobe über einen längeren Zeitraum.
Forscher an der Universität Tokio untersuchten 2018 die Auswirkungen von Eurycomanon – dem Hauptquassinoid in Tongkat Ali – auf stressinduzierte Verhaltensänderungen bei Mäusen. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Reduktion von Angstverhalten im Elevated Plus Maze Test, einem Standardverfahren der Angstforschung.
Auch eine Pilotstudie aus Australien, durchgeführt an der University of Southern Queensland, lieferte interessante Daten: Gestresste Büroangestellte zeigten nach acht Wochen verbesserte Werte in standardisierten Stress-Fragebögen. Die Forscher betonten allerdings die Notwendigkeit größerer Folgestudien.
- Talbott et al. (2013): Cortisol -16%, POMS-Verbesserung bei 63 Probanden
- Shuid et al. (2012): Konsistente Cortisol-Reduktion bei 109 Teilnehmern
- Universität Tokio (2018): Reduziertes Angstverhalten in Tiermodellen
- USQ Australien (2019): Verbesserte Stresswerte bei Büroangestellten
- George & Henkel (2014): Verbessertes psychologisches Stressprofi
Testosteron-Cortisol-Ratio als Stressmarker
Ein besonders interessanter Aspekt der Stressforschung zu Tongkat Ali ist die Testosteron-Cortisol-Ratio. Dieses Verhältnis gilt in der Sportmedizin und der endokrinologischen Forschung als sensibler Marker für den Zustand des Organismus: Eine niedrige Ratio deutet auf Überlastung hin, eine hohe Ratio auf gute Erholung und Stressresilienz.
In der Studie von Talbott et al. verbesserte sich diese Ratio in der Tongkat-Ali-Gruppe um beeindruckende 36 Prozent – hauptsächlich durch die Reduktion des Cortisols, aber auch durch einen leichten Anstieg des Testosterons. Das ist deshalb relevant, weil es nicht nur auf Stressreduktion hindeutet, sondern auf eine verbesserte hormonelle Balance insgesamt.
Für die Stressforschung hat dieses Ergebnis durchaus Gewicht. Denn ein verbessertes Verhältnis von Testosteron zu Cortisol korreliert in der Literatur mit besserer Stimmung, höherer Leistungsfähigkeit und schnellerer Regeneration nach Belastungssituationen.
Wichtige Fakten
Traditionelle Stressbewältigung in Südostasien
Lange bevor es Cortisol-Messungen und Doppelblindstudien gab, nutzten die Menschen in Südostasien Tongkat Ali in Phasen erhöhter Belastung. Ethnobotanische Berichte aus Malaysia beschreiben die Verwendung der Wurzel vor schwierigen Aufgaben – langen Reisen, anstrengenden Jagden, Zeiten der Unsicherheit (Quelle: Studie zu Stresshormonen und Stimmungsverbesserung (2013)).
Besonders aufschlussreich sind die Aufzeichnungen aus der Region Sabah im malaysischen Teil Borneos. Dort berichten traditionelle Heiler (Bomoh), dass Tongkat Ali als Pflanze der Widerstandskraft galt – nicht im Sinne von Muskelkraft, sondern im Sinne von innerer Stärke und Belastbarkeit. Diese Unterscheidung ist bemerkenswert, denn sie entspricht erstaunlich genau dem modernen Konzept der Stressresilienz.
In Indonesien, wo Tongkat Ali unter dem Namen Pasak Bumi bekannt ist, findet sich eine ähnliche Tradition. Auf Sumatra und Kalimantan wurde die Wurzel als Teil von Räucherritualen verwendet, die dem Abbau von Anspannung und innerer Unruhe dienten.
Tongkat Ali online kaufen ist bequem und sicher – achten Sie dabei auf transparente Herkunftsangaben und Laborberichte.
“Die alten Meister unterschieden nicht zwischen Körper und Geist. Tongkat Ali war für sie eine Pflanze, die beides stärkt – die Kraft der Muskeln und die Kraft des Herzens.”
— Pak Ibrahim, traditioneller Kräuterkundiger, Perak, Malaysia
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Tongkat Ali im Vergleich zu anderen Adaptogenen
Die Welt der Adaptogene ist vielfältig, und jede Pflanze hat ihr eigenes Forschungsprofil. Ashwagandha (Withania somnifera) verfügt über die umfangreichste Studienlage und wirkt möglicherweise über GABA-Rezeptoren anxiolytisch. Rhodiola rosea scheint primär auf das monoaminerge System zu wirken, also auf Serotonin und Dopamin.
Tongkat Ali nimmt in diesem Feld eine Sonderstellung ein, weil die Forschung auf einen primären Wirkmechanismus über die hormonelle Stressachse hindeutet. Das unterscheidet die Pflanze von den meisten anderen Adaptogenen, die eher über das Nervensystem zu wirken scheinen.
Für die Praxis bedeutet das: Die verschiedenen Adaptogene sind laut aktuellem Forschungsstand nicht austauschbar, sondern adressieren möglicherweise unterschiedliche Aspekte der Stressreaktion. In Südostasien wird Tongkat Ali deshalb auch manchmal in Kombination mit anderen traditionellen Pflanzen verwendet.
| Adaptogen | Vermuteter Hauptmechanismus | Forschungsstärke |
|---|---|---|
| Tongkat Ali | HPA-Achse / Cortisol | Moderat, wachsend |
| Ashwagandha | GABA-Modulation | Umfangreich |
| Rhodiola rosea | Monoamine (5-HT, DA) | Umfangreich |
| Schisandra | Lebermetabolismus / Antioxidans | Moderat |
| Eleutherococcus | Unspezifische Immunmodulation | Historisch umfangreich |
Stressresilienz als modernes Gesundheitskonzept
Der Begriff Resilienz beschreibt die Fähigkeit eines Systems, sich nach Störungen wieder zu stabilisieren. In der Psychologie und Medizin wird Stressresilienz als Schlüsselkompetenz für langfristige Gesundheit angesehen. Menschen mit hoher Stressresilienz werden nicht weniger gestresst, aber sie erholen sich schneller und zeigen weniger negative Folgen.
Die Forschung zu Tongkat Ali passt in diesen modernen Kontext. Die Idee ist nicht, dass eine Pflanze Stress eliminiert – das wäre unrealistisch –, sondern dass sie die körpereigenen Mechanismen zur Stressbewältigung unterstützen könnte. Die Cortisol-Daten deuten in diese Richtung, auch wenn die Evidenz noch wächst.
Interessanterweise deckt sich diese wissenschaftliche Perspektive mit der traditionellen Sichtweise in Südostasien: Tongkat Ali wurde dort nie als Mittel gegen Probleme verstanden, sondern als Unterstützung für den Körper, seine eigenen Probleme besser zu lösen.
Rechtlicher Hinweis für Deutschland
In Deutschland ist Tongkat Ali nicht als Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel zugelassen. Alle Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung und stellen keine Aufforderung zum Verzehr dar. Tongkat Ali wird bei uns als Rohstoff für externe Anwendungen wie Fußbäder oder Räucherwerk angeboten.
Grenzen der aktuellen Forschung
Bei aller Begeisterung für die bisherigen Ergebnisse darf die Kritik nicht fehlen. Die Studienlage zu Tongkat Ali und Stress ist zwar vielversprechend, aber noch nicht so robust, wie es für definitive Aussagen nötig wäre. Die meisten Studien haben relativ kleine Stichproben, und Langzeitdaten über mehr als 12 Wochen fehlen fast vollständig.
Zudem gibt es die berechtigte Frage, inwieweit die Ergebnisse aus Malaysia und Südostasien auf europäische Bevölkerungen übertragbar sind. Genetische Unterschiede, Ernährungsgewohnheiten und Lebensstilunterschiede könnten die Ergebnisse beeinflussen. Multizentrische Studien unter Einbeziehung verschiedener Populationen wären wünschenswert.
Die internationale Forschungsgemeinschaft ist sich dieser Limitierungen bewusst. Mehrere Forschungsgruppen planen aktuell größere, methodisch noch strengere Studien, die diese Lücken schließen sollen.
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Einordnung für den deutschen Kontext
Die internationale Forschung zu Tongkat Ali und Stress liefert faszinierende Einblicke in die Möglichkeiten pflanzlicher Stressregulation. Die Cortisol-Daten sind solide, die POMS-Ergebnisse konsistent, und die traditionelle Nutzung in Südostasien stützt die Forschungsrichtung. Gleichzeitig bleibt viel Arbeit für die Wissenschaft.
Wer sich für adaptogene Pflanzen und Stressbewältigung interessiert, findet in der Tongkat-Ali-Forschung einen spannenden Wissensbaustein. Die verlinkten Artikel bieten weiterführende Informationen zu verwandten Themen wie Schlafqualität, Energie und emotionales Wohlbefinden.
Ganzheitliche Stressbewältigung
Die Forschung zeigt konsistent: Kein einzelner Ansatz kann chronischen Stress allein lösen. Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, soziale Kontakte und bewusste Entspannungstechniken bilden die Grundlage jeder effektiven Stressbewältigung.
